„DANKE“ für Dich Hildegard Schmidt

 

Seit unglaublichen 50 Jahren bist Du, liebe Hildegard, für unsere Kirchengemeinde zum Lob Gottes im Einsatz. Wir sind sehr dankbar für Deine kirchenmusikalische Begleitung – fast jeden Sonntag – früh am Morgen in zwei Gottesdiensten – dazu an den Feiertagen, zu verschiedenen Anlässen und Trauerfeiern.

Das verdient mindestens 50 x DANKE und so kommt zum 01.01.2022 der erste Schwung in Form einer Schriftrolle zu Dir, verfasst von über 50 Menschen. So können wir als Gemeinde, Freunde und Weggefährten auch heute mit Dir feiern.

Weitere werden an Deinem Fest folgen, das wir „50+5“ am 15.05.2022 in einem Festgottesdienst um 10.30 h in der Kirche zu Holpe mit Dir feiern möchten und zu dem alle herzlich eingeladen sind!

Johannes Klüser – selbst Kirchenmusiker und Dein ehemaliger Schüler – kennt Dich sein ganzes Leben und hat Deinen besonderen Weg so festgehalten:

„Wenn man für etwas brennt, dann ist vieles möglich“ sagt Hildegard Schmidt. Dies zeigt sich in ihrem ungewöhnlichen Lebensweg, der eine interessante Entwicklung genommen hat.

Sie war Schülerin der ev. Volksschule Holpe und besuchte danach die Haushaltungsschule in Waldbröl. Es schloss sich eine Lehre als Einzelhandelskauffrau im Kaufhaus Bertrams in Waldbröl in der Hochstraße an. 15 Jahre hat Hildegard Schmidt dort gearbeitet.  Als Abteilungsleitung für Dekoration, Gardinen und Teppiche konnte sie hier kreativ tätig sein, die Ausbildung von Lehrlingen, Ein- und Verkauf gehörten zu Ihren Aufgaben.

Schon als Kind zeigte sich ihre musikalische Begabung. Sie lernte Harmonium spielen, um Choräle im christlich geprägten Elternhaus in Ölmühle zu begleiten, und erhielt Klavierunterricht beim Volksschullehrer Hüller in Holpe. Hier machte sie erste Erfahrungen in anderen musikalischen Genres, zum Beispiel in der Unterhaltungsmusik.  Neben klassischen Werken spielte sie auch Märsche und Operettenmelodien.

„Lebe deinen Traum…“

…die Orgel. Hildegard Schmidt hatte öfter an der kath. Kirche gelauscht, wenn dort an der spät-romantischen Klais-Orgel geübt wurde.

Um diesen Traum zu verwirklichen, nahm sie an freien Tagen bei dem Bergneustädter kath. Kirchenmusiker Lethen Orgelunterricht. Fleißig und zielstrebig war sie schon immer, und so übte sie morgens früh ab 6 Uhr in Holpe in der ev. Kirche, in ihrer Mittagspause bei Bertrams in der ev. Kirche in Waldbröl und dann wieder abends in Holpe. Bald folgte der nächste musikalische Schritt: Die Organistenausbildung am Konservatorium der Stadt Köln, heute Rheinische Musikschule. Ihre Lehrerin dort war die Dupré-Schülerin Elisabeth Wangelin-Buschmann, eine hervorragende Organistin und Pädagogin. Schon 1972 mit 27 Jahren, noch während ihrer Ausbildung an der Rheinischen Musikschule, begann Hildegard Schmidt ihre Tätigkeit als Kirchenmusikerin in der ev. Kirchengemeinde Holpe-Morsbach. 1973 legte sie in Düsseldorf die C-Prüfung für KirchenmusikerInnen ab. Ihre gewonnenen Kenntnisse vertiefte sie an der Hochschule für Musik in Köln. Ihre Lehrer waren hier Prof Dr. Wolfgang Stockmeier (Orgel) und Prof. Dr. Henning Frederichs (Chorleitung).

Pädagogische Vielfalt

1974 kündigte sie bei Bertrams, denn sie hatte das Angebot, als Seiteneinsteigerin Musiklehrerin zur Aushilfe für die Unterstufe am Hollenberg-Gymnasium zu werden. Um ihre pädagogischen Kenntnisse zu erweitern, studierte Sie erneut in Köln und erreichte damit einen Abschluss als Lehrerin für Jugend- und Schulmusik. Einer Festanstellung am Gymnasium stand nun nichts mehr im Wege. 35 Jahre hat sie dort mit großer Freude, Elan und Ideenreichtum unterrichtet und unter anderem den Unterstufenchor und den Flötenkreis geleitet.

Eine große Zahl von KlavierschülerInnen hat Hildegard Schmid an den Musikschulen in Morsbach und Waldbröl und am St. Theresien-Gymnasium in Schönenberg, wo Sie 14 Jahre als Hauslehrerin für Klavier und Orgel angestellt war, unterrichtet. 

50 Jahre Kirchenmusik

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In Holpe lebt Hildegard Schmidt auch heute noch Ihren Traum als Organistin und Kirchenmusikerin in der evangelischen Kirchengemeinde. Einen großen Kinderchor hatte Sie ins Leben gerufen. Später übernahm sie die evangelischen Gemeindechöre in Holpe und Morsbach. Konzerte hat sie organisiert, Kammermusik gespielt, Instrumentalsolisten und Chöre begleitet. Gemeinsame Konzerte mit dem katholischen Kirchenchor St. Cäcilia Holpe waren ein entscheidender Beitrag zur Ökumene.

Sogar ein Roman ist ihr gewidmet!

Mit Ulrich E. Hein bestritt Hildegard Schmidt Kabarettabende unter anderem im Café Huhn und begleitete über mehrere Jahre die Veranstaltungen des „Waldbröler Kulturtreffs“ und des Fördervereins „Lieber Lesen“.

Eine ganz besondere Freundschaft hat sie mit ihren Kirchenmusik-Kollegen Martin Kotthaus und Roselies Evang seit ihrer gemeinsamen Zeit am Konservatorium verbunden.

Roselies Evang schreibt, seit sie im Ruhestand ist, Bücher. Zu ihrem Debüt-Roman „Innenbeleuchtung“ wurde die Autorin unter anderem durch Hildegard Schmidts Leben und Sein, durch ihre Entwicklung inspiriert. Sie hat das besondere Einfühlungsvermögen und die Intuition ihrer Freundin in der Figur der „Ingeborg“ verarbeitet.

„Musik hat Heilendes in sich“

Heute, nach 50 Jahren, tönen immer noch regelmäßig Orgelklänge durch Holpe, denn Hildegard Schmidt tut in vorbildlicher Weise das, was die wenigsten Kirchenmusiker nach langer Dienstzeit noch machen: Sie übt! Sie erweitert auch heute noch ihr großes Repertoire an Orgelliteratur und bereitet die Gottesdienste vor.

„Musik tut gut, sie hat Heilendes in sich“ sagt die 77-jährige Organistin, „sie hilft, Krisen zu überwinden. Musik ist einerseits ein Ort des Rückzugs und andererseits eine Möglichkeit, Emotionen mit anderen zu teilen.“

„Rückblickend“, sagt Hildegard Schmidt, „hatte ich ein erfülltes Leben“.  Sie hat versucht, ihre Träume wahr werden zu lassen, und viele davon hat sie, oft auch gegen Widerstände, aus eigener Kraft verwirklicht.

Ihr Credo: „Wenn man was will, dann soll man keine Mühe und Anstrengung scheuen, das Ziel zu erreichen. Das Glück liegt in dir!“

DANKE, liebe Hildegard, für Dein Sein – als Kirchenmusikerin und Mensch!

DANKE für Dein Da-Sein für die Menschen, mit dem Du unsere Gemeinde mit baust!

DANKE für Dich – schön, dass es Dich gibt!

Wir wünschen Dir und uns, dass Du Deinen Traum noch lange an unseren Orgeln leben kannst…

Johannes Klüser / Karin Thomas

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